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Geschichte der Löschgruppe

Entwicklung des Brandschutzes

Das älteste Dokument über den Brandschutz in der Gemeinde Börninghausen - Eininghausen stammt aus dem Jahre 1811. Wie fast alle Städte und Landgemeinden ist auch unser Dorf wiederholt von Schadenfeuern heimgesucht worden. Zu großen Brandkatastrophen, wie in den eng bebauten Städten, bei denen teilweise alle Häuser vernichtet wurden, konnte es wegen der verstreuten Lage der Höfe und Wohnhäuser hier nicht kommen. Wenn aber einmal ein Bauerngehöft oder ein Wohnhaus durch Brand betroffen war, so konnte wegen der Bauweise der Häuser aus leichtbrennbarem Material wie Holz, Lehm und Stroh höchstens noch das Inventar teilweise gerettet werden.

Häufigste Brandursache war der Blitzschlag. Brandgefahr bestand aber auch durch die Feuerstätten im Haus selbst. Mit größter Umsicht wurden die zum Teil offenen Herdfeuer überwacht. Sorgfältiger Umgang mit Feuer war also die erste Bürgerpflicht. Man muss sich vorstellen, wie schwierig es war, das Wasser mit Eimern und Krügen und dergleichen aus Brunnen und Bächen zu schöpfen und dann zur Brandstelle zu tragen oder auf Karren hinzufahren. Wenn die Wassereimer von Mann zu Mann weitergereicht wurden, ist sicherlich in der Hast und Eile manch ein Eimer nur halbvoll angekommen, so dass viel Wasser und Energie verloren ging. Aus einer vorliegenden Akte geht hervor, dass die Gemeinde im Jahre 1821 eine neue Feuerspritze bekommen sollte. Mit dem Bau wurde, nachdem ein Vertrag abgeschlossen war, der Kupferschmied Halle aus Lübbecke beauftragt. Trotz der neuen Feuerspritze lag noch sehr viel im argen. Ein geregeltes Löschwesen war noch nicht vorhanden.

Damals muss es wohl so gewesen sein, wie es Friedrich Schiller im Lied von der Glocke schilderte:

Flackernd steigt die Feuersäule,
durch der Straße lange Zeile
wächst es fort mit Windeseile!
Alles rennet, rettet, flüchtet,
taghell ist die Nacht gelic htet.
Durch der Hände lange Kette,
um die Wette!
Fliegt der Eimer, hoch im Bogen
spritzen Quellen, Wasserwogen.
Heulend kommt der Sturm geflogen,
der die Flamme brausend sucht.


Der Gedanke, ein auf freiwilliger Basis aufbauendes, gut ausgebildetes und organisiertes Feuerlöschkorps aufzustellen, wurde in Deutschland um das Jahr 1840 geboren.

Erstmalig werden in einer Liste vom 22. November 1840 Personen benannt, die den Brandschutz in Börninghausen-Eininghausen zu gewährleisten hatten. Hier fällt der Name Hespe als Spritzenmeister. Die Einteilung der Gruppe wird mit 24 Spritzenleuten und einer 8 Mann starken Rettungsmannschaft benannt. Das Geräteinventar wurde im Jahre 1844 in einer Liste erfasst, ein Jahr später erfolgte eine genaue Definition der Aufgaben der Feuerwehrmänner.

Demzufolge gehörten: 23 Männer zur Landspritze, 2 Männer als Aufgämmer, 6 Männer zum Feuerküfen, 8 Männer als Wärter und Träger der Leitern und Harken, 16 Männer zur Brandwache und 6 Männer als Boten. Das Spritzenhaus in Börninghausen stand an der Wiese des Bauern Meier, südlich des Ehrenmals an der Kirche.


Da die Feuerwehr mittlerweile über mehr Gerätschaften verfügte, konnte in dem kleinen aus Fachwerk bestehenden Haus nicht alles untergebracht werden. Leiter und Harken wurden bei Privatleuten gelagert. Es wurden jedoch nicht nur die Feuerwehrleute mit Arbeit bedacht, auch die übrigen Einwohner hatten ihre Pflichten. In jedem Haus musste ein Löscheimer aus Leder für den Brandschutz zur Verfügung stehen. Die Existenz dieses Eimers wurde genauestens kontrolliert. Bei nicht vorhandenen oder schadhaften Eimern konnte Strafe verhängt werden.

Aufgrund des § 13 der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen vom 19.03.1856 über das Feuerlöschwesen wurde für die Gemeinde Bör­ninghausen im Jahre 1906 ein neues Ortsstatut erlassen. Noch im gleichen Jahr entstand die Pflichtfeuerwehr. Diese löste sich allerdings am 13.04.1934 wieder auf, da der Verein der Freiwilligen Feuerwehr gegründet wurde. Das geschah nach Bildung von Halbzügen im Amtsbezirk Preußisch Oldendorf im April 1935. In diesem Zeitraum hat es natürlich an Bränden größeren und kleineren Ausmaßes nicht gefehlt. Sogar die Kirche wurde im Jahre 1926 von einem Brand nicht verschont. Es gab vier Feuerlöschteiche in der Gemeinde, um bei Bedarf die Brand­stellen mit Wasser zu versorgen. Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte durch die Kirchenglocken und Feuerhörner. Schmiedemeister Wilhelm Brinkmann aus Börninghausen war von 1887 bis 1934 Feuerwehrkom­mandant, 47 Jahre lang hat er die Wehr in Börninghausen geführt. Auf­grund seiner Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Dezember 1934 fand in der Gastwirtschaft Hespe (heute ,,Zur Post") eine Mitgliederversammlung statt, um einen Führungsstab zu ernennen. Vorläufiger Löschzugführer wurde Ernst Koch, Börninghausen. Aber schon im April 1935 übernahm Wilhelm Rüter aus Börninghausen dieses Amt, das er bis Juni 1939 innehatte. Mit der vorläufigen Führung des Halblöschzuges wurde Löschmeister Lütge, Eininghausen, beauftragt.

Der 2. Weltkrieg machte auch nicht vor den Eggetaler Feuerwehrleuten halt. Nach und nach wurden die jungen Kameraden zur Wehrmacht eingezogen. Die entstandenen Lücken mussten aus dienstverpflichteten älteren Männern ersetzt werden. Auch Löschmeister Lütge wurde eingezogen, so dass Hein­rich Lindemann, Eininghausen, die Feuerwehr vorübergehend bis Mai 1946 führte. Einige Kameraden kehrten leider aus dem Krieg nicht zurück.

Im Mai 1946 fand eine Werbeversammlung zur Neugründung der Feuer­wehr statt. Löschmeister Eduard Lütge war beauftragt, die Frei willige Feuerwehr neu aufzustellen und zu ordnen. Zu dieser ersten Nachkriegs­versammlung erschienen nur sieben Einwohner. Man wählte Eduard Lütge zum Vorsitzenden und Brandmeister.

Doch der Neuanfang war schwer, Geräte und Schläuche waren in keinem guten Zustand. Es gab kein Fahrzeug und keine Motorspritze, auch das Spritzenhaus war baufällig. Bei Brandeinsätzen konnte man nur bedingt Hilfe leisten.

Erst im Jahre 1948 wurde die Wehr mit einer neuen Motorspritze und Schlauchmaterial ausgerüstet, die in Privaträumen untergebracht wurden. Durch die Währungsreform verzögerte sich die Anschaffung eines An­hängers für die Spritze und der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses noch mehr.

Die Wehr hatte mittlerweile 25 Mitglieder, und im Sommer 1947 wurde bei Schomburg (heute Osterhold/Waidmannsruh) auf der Börninghauser Masch das erste Feuerwehrfest gefeiert.

Nachdem zunächst schwierige Grundstücksangelegenheiten geklärt waren, wurde im Frühjahr 1949, gleichzeitig mit dem Bau der neuen Dorfstraße, der Grundstein für das neue Gerätehaus gelegt. Die Kameraden der Feuerwehr übernahmen die Ausschachtungsarbeiten. Am 1. Mai 1949 wurde das Richtfest gefeiert, im gleichen Jahr am 25. September fand die Einweihung statt. Vierzehn Jahre hatte es gedauert, bis der Wunsch in Erfüllung ging, ein neues Gerätehaus zu besitzen.

Ein neuer Spritzenanhänger, gebaut von der Firma Horst in Ennigloh, stand nun auch zur Verfügung.

Bei Brandeinsätzen hatte die Feuerwehr noch immer Probleme, da kein Zugfahrzeug vorhanden war. Bis zur Beschaffung eines eigenen Fahrzeuges musste der Spritzenanhänger von Privatfahrzeugen gezogen werden.

Im Jahr 1949 legte Eduard Lütge das Amt des 1. Vorsitzenden nieder, neuer Vorsitzender wurde Willi Winterkamp.

Al s am 1. Oktober 1958 Eduard Lütge zum Amtsbrandmeister gewählt wurde, hieß der Nachfolger und neue Brandmeister Ernst Aschemeyer. Die Finanzlage in der Gemeinde verbesserte sich, so dass im Jahre 1954 eine neue Feuerlöschpumpe TS 8 angeschafft werden konnte. Es dauerte aber noch bis zum Jahre 1959, ehe die Feuerwehr ein neues Löschgruppenfahrzeug bekam; es war ein LF 8, gebaut von der Firma Schlingmann in Dissen.

Dafür wurden vom Bund der Feuerwehr zwei Fahrzeuge, nämlich ein Vor­auslöschfahrzeug auf einem Unimog-Fahrgestell und ein Funkkomandowagen, bereitgestellt. Diese Fahrzeuge konnten auch für den kommunalen Brandschutz genutzt werden.Durch die Aufstellung von Katastrophenschutzeinheiten im Bundesgebiet 1963 erhielt auch der Altkreis Lübbecke eine Feuerwehrbereitschaft. Als Bereitschaftsführer standen Amtsbrandmeister Eduard Lütge und als sein Stellvertreter Erich Weichel zur Verfügung.

Vier neue Sirenen wurden im Tal angeschafft, so war eine bessere Alarmierung gewährleistet.

Die Zahl der Mitglieder stieg ständig. So zählte man am 31.12.1964 35 Ak­tive und 38 Passive.

Im Jahr 1968 legte Ernst Aschemeyer nach 10-jähriger Tätigkeit sein Amt als Brandmeister nieder. Von da an übernahm Erich Weichel das Amt des Löschgruppenführers.

Durch erfolgreiche Teilnahme am Schnelligkeitswettbewerb auf Kreisebene bekam die Löschgruppe 1970 das Leistungsabzeichen des Feuerwehrverbandes Westfalen-Lippe. Aber auch in den Jahren 1952 und 1954 ging die Löschgruppe bei Wettkämpfen auf Amtsebene als strahlender Sieger hervor. Im Juni 1971 feierten rund 300 Feuerwehrleute aus 25 Wehren das Amtsfeuerwehrfest in Börninghausen. Weil es an diesem Wochenende stark regnete, fielen zwar einige Programmpunkte aus, aber die gute Stimmung fiel nicht ins Wasser.

Aufgrund der günstigeren Anbindung von Büscherheide an Börninghau­sen stellte die Gemeinde Bad Essen den Antrag, den Brandschutz für Büscherheide mit zu übernehmen. Die Löschgruppe Börninghausen kommt dieser Bitte gern nach. Sie wird für Büscherheide und den Grenzraum Niedersachsen Hilfe leisten, wenn Notfälle eintreten. Einige Bürger von Büscherheide sind auch seit langem Mitglieder in der Feuerwehr Börning­hausen.

Auf der Jahreshauptversammlung im Jahre 1975 wurde beschlossen, das Feuerwehrgerätehaus umzubauen. Da die Löschgruppe ein größeres Löschfahrzeug LF 16 bekam, mussten die Garageneinfahrten geändert werden, aber auch der Aufenthaltsraum war zu klein. So wurde noch im Sommer des nächsten Jahres mit den Um- und Anbauten begonnen. Die Bau­materialien wurden zum größten Teil von den Wehrangehörigen kostenlos zur Verfügung gestellt, und so konnten bald die in Eigenleistung erstellten Räume eingeweiht werden. Im Jahr 1983 wurden die Löschgruppen der Stadt Preußisch Oldendorf in drei Züge eingeteilt. Die Löschgruppen Börninghausen und Holzhausen bilden Zug II. Der neue Zugführer wurde Brandmeister Erich Weichel. Der Brandmeister Hans-Werner Dittmann übernahm die Löschgruppe Börninghausen.

Eine zünftige Jubiläumsfeier fand im März 1985 im Lindenhof in Büscherheide statt, denn die Freiwillige Feuerwehr wurde 50 Jahre alt.

Im Jahre 1986 legte Willi Winterkamp sein Amt als Vorsitzender nieder. Er hat der Wehr 35 Jahre lang vorgestanden und sich stets für die Belange der Feuerwehr, aber auch für eine gute Kameradschaft eingesetzt. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer Vorsitzender wurde Erich Weichel.

Ein neuer Einsatzleitwagen für den Zug II wurde 1985 angeschafft und in Börninghausen stationiert.

Im Jahre 1987 wurde die Idee, einen Feuerwehrmusikzug zu gründen schnell in die Tat umgesetzt. Alle Musiker finanzierten die Instrumente selbst, und nach fleißigen Übungsabenden konnte man sich bald der Öffentlichkeit vorstellen.

Durch zahlreiche Auftritte sind sie in weitem Umkreis bekannt und beliebt geworden. Das größte Ereignis war sicher Umrahmung bei einem Fußballspiel im Jahre 1991in Dortmund

Der Rüstwagen des Katastrophenschutzes war mittlerweile 25 Jahre alt worden, deshalb bekam die Löschgruppe einen neuen RW1. Wieder einmal reichten die Stellplätze nicht aus. Erneut musste in Eigenleistung angebaut und eine neue Heizungsanlage installiert Mit einer neuen Hofpflasterung und mit der Verschönerung der Außenanlagen konnte das Gerätehaus auch sein äußere Aussehen verbessern.

Auch die Alarmierung der Feuerwehr hat stets Änderungen erfahren- Im Laufe der 150 Jahre erfolgte diese über Boten, Kirchenglocken bis zur heutigen stillen Alarmierung über Funk Ein Teil der Feuerwehrleute ist mit modernen Meldeempfängern ausgestattet und wird über die Leitzentrale in Lübbecke zum Einsatz gerufen. Die Sirenen werden zum Teil abgebaut. In Börninghausen sind nur noch zwei vorhanden.

Hatte man in früheren Zeiten vorwiegend mit Bränden zu tun, so sind es jetzt mehr die technischen Einsätze. Die modernen Fahrzeuge und Geräte sowie die vielseitigen Einsätze erfordern von den heutigen Feuerwehrleuten eine perfekte Ausbildung und einen hohen Kenntnisstand. Das bedeutet, dass viele Lehrgänge und viele Übungsstunden zu besuchen sind, die einen großen Teil der Freizeit in Anspruch nehmen.

In all den Jahren bis heute hat es im Eggetal Einsätze jeglicher Art gegeben. Sie alle aufzuf ühren, würde den üblichen Rahmen sprengen.

Die Kameradschaftspflege durfte auch nicht zu kurz kommen. Es wurden Feste gefeiert und Ausflüge durchgeführt. Der bedeutendste Ausflug fand im Jahre 1982 zum Bezirksfeuerwehrfest in unserer Partnergemeinde in St. Oswald-Möderbrugg in der Steiermark statt. Seit 1986 findet alljährlich das Abbrennen eines Osterfeuers statt. Außerdem wird jeweils am 2. Advent eine Nikolausfeier mit Kirchgang durchgeführt. Beide Veranstaltungen dienen der Unterstützung der Feuerwehr und werden von der Eggetaler Bevölkerung sehr gut angenommen.

Heute gehören der Wehr 25 aktive und 106 passive Mitglieder an, wobei besonders die passiven und fördernden Mitglieder für die finanzielle Eigenständigkeit sorgen. Ohne diese Unterstützung könnte es manche Aktivitäten nicht geben.

Neben den Einsätzen, Wettkämpfen und Übungen sorgt die Löschgruppe selbständig für die Wartung, Pflege und - soweit wie möglich - auch für die Reparatur der Fahrzeuge und Geräte und der Unterkunftsräume. In dieser langen Zeit haben sich für die wohl älteste bekannte Bürgerinitiative der Freiwilligen Feuerwehr immer wieder junge Männer in der Gemeinde gefunden, die sich für den Dienst zur Verfügung gestellt haben, einen Dienst, der manchmal alle Kräfte des einzelnen Feuerwehrmanns in Anspruch nimmt. Da gibt es manchmal Enttäuschungen, wenn alle Hilfe zu spät kommt, oft aber auch Befriedigung und Bestätigung, wenn Menschenleben und Hab und Gut gerettet oder ein Einsatz erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Die Freiwilligen Feuerwehren haben die einheitliche Überzeugung, dass es zu dem Höchsten und Schönsten gehört, dem Nächsten helfen zu können. In diesem Geiste werden Freiwillige Feuerwehren auch weiterhin einen festen Bestandteil unserer Gesellschaft bilden. Im Jahre 1952 wurde eine Vereinssatzung für die Freiwillige Feuerwehr erstellt, die im Jahre 1993 neu überarbeitet wurde.

Hausinschrift Hof Aring (Schütte)

Wo der Herr nicht das Haus bauet so arbeiten umsonst die daran bauen

wo der Herr nicht dies Dorf behütet, so wachet der Wächter umsonst.

Anno 1768

Die Löschgruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Börninghausen-Eininghausen:

1840

Spritzenmeister Hespe

Börninghausen

1855 -1887

unbekannt

Börninghausen

1887 -1934

Wilhelm Brinkmann

Börninghausen

1934

Ernst Koch

Börninghausen

1934 -1939

Wilhelm Rüter

Börninghausen

1940 -1945

Heinrich Lindemann

Eininghausen

1946 -1958

Eduard Lütge

Eininghausen

1958 -1968

Ernst Aschemeier

Börninghausen

1968 -1983

Erich Weichel

Börninghausen

1983 - 1994

Hans-Werner Dittmann

Börninghausen

1994 - 2002

Achim Vortmeyer

Börninghausen

2002 - 2013

Achim Gostmann

Börninghausen

2013 - heute

Markus Vortmeyer

Börninghausen

Den Vorsitz hatten seit

1946 -1949

Eduard Lütge

1949 -1986

Willi Winterkamp

1986 -1999

Erich Weichel

1999 -2006

Hans Werner Dittmann

2007 - heute

Wilhelm Husemeyer

 

Ein Börninghauser Mitglied der Feuerwehr erzählt

In den Jahren 1915-1949 stand das Börninghauser Spritzenhaus auf der Südostecke des Kirchplatzes. Es war ein Fachwerkhaus mit einem doppelten Tor aus Holz. Eine Handdrückspritze hatte dort ihren Platz. Im Spritzenhaus befand sich auch noch eine Arrestzelle, die zwar kaum einmal ihrem Namen gerecht wurde. Ab und zu durfte mal ein obdachloser Handwerksbursche darin übernachten. Diese Arrestzelle hatte als Belüftung eine hohle Pfanne. Die Männer des Dorfes benutzten dieses ,,Loch" als Ablageplatz für ihre Zigarre beim sonntäglichen Kirchgang. Nach dem Gottesdienst wurde dort die Zigarre wieder abgeholt und für den Heimweg erneut angesteckt.

Die Schlüsselgewalt hatte der alte vollbärtige Schmied Brinkmann, der auch Spritzenmeister (heute Brandmeister) war. Fast jeden Sonnabend wurde die Spritze von ihm liebevoll inspiziert, geprüft und wie ein Kleinod gepflegt. Der kupferne Druckkessel glänzte wie ein Spiegel.

Brach ein Brand aus, wurde mit der kleinen Kirchenglocke Feueralarm geläutet. Ein Einwohner aus der Nähe der Kirche oder auch einer, der den Brand zuerst bemerkt hat te, lief in die Kirche und stieg die steile, dunkle Treppe bis ins Turmgewölbe hoch. Über eine kleine Leiter erreichte er den Glockenstuhl. Mit einem bereitliegenden Eisenhammer schlug er dann von kurzen Pausen unterbrochen immer fünf Schläge an die Glocke.

Nun war natürlich das ganze Dorf in Aufruhr. Die in der Nähe wohnenden Bauern kamen mit ihren aufgeschirrten Pferden herbeigeeilt. Der zu erst Angekommene bekam 10,00 Mark. Er spannte seine Pferde vor die Spritze, und die bereits erschienenen Feuerwehrleute nahmen auf der Spritze Platz. Mit den Worten ,,Korl blohs" gab der Spritzenmeister Brinkmann dem Hornisten Karl Rahe den Befehl, mittels seines Horns erneut zu alarmieren. Und während die Pferde mit der Spritze, Brandmeister, Hornisten und Feuerwehrleuten über die damals noch holprigen Straßen und Feldwege des Eggetals zur Brandstelle donnerten, ertönte in kurzen Abständen immer wieder auf das Kommando ,,Korl blohs!" das Feuerhorn. Wegen der damals üblichen Fachwerkbauweise waren die Häuser oft schon fast abgebrannt. Für die Feuerwehr blieb dann nur noch das Ablöschen.

H. Haspelmann

Quelle:1000, Jahre Börninghausen 993 bis 1993, Erich Weichel: Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Börninghausen - Einighausen

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Bei einem Zimmerbrand, in einer Einrichtung für behinderte Menschen...

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